Bye bye Sperrstunde

17. Februar 2022

Der Senat hat innerhalb von sieben Tagen einen erstaunlichen U-Turn vollzogen. Noch vor einer Woche lehnte Senatssprecher Marcel Schweitzer eine Frage nach den unbeabsichtigten Nebenwirkungen der Sperrstunde (weiterfeiern nach 23 h in privaten Räumen) als „Fangfrage“ ab. Am Montag ließ der Senat auf Hamburg 1 verlauten, das Verwaltungsgericht habe „die Rechtmäßigkeit unserer Sperrstundenregelung in der vergangenen Woche bestätigt“.

Und nun ist sie ab Samstag vorbei. Einfach so. Willkommen im Club der echten Großstädte, in denen auch zur Nachtzeit getrunken werden darf.

Wir werden natürlich bis zum St. Nimmerleinstag warten können, dass der Senat den Sinn dieser Regelung selbstkritisch hinterfragt. Oder den Sinn anderer Pandemie-Maßnahmen, die immer alternativlos waren, etwa der über 30 Alkoholverbotszonen. Die Pandemie-Bekämpfung in der Hansestadt ist im Rathaus eine einzige Erfolgsgeschichte.

Diese Geschichte werden in den kommenden Jahren Soziolog:innen, Kommunikationsforscher:innen und Psycholog:innen hoffentlich noch einmal neu schreiben.

Vorerst werden wir uns am Freitag durch das Kleingedruckte der 67. Fassung(!) der Corona-Verordnung wühlen, die mit 220.000 Zeichen inzwischen die Länge eines Taschenbuchs und über 1000 Querverweise zwischen den Paragraphen hat. Krasses Werk.

Und dann werden wir mit euch am Samstag darauf anstoßen, dass es an der Elbe wieder eine Barkultur nach Mitternacht gibt! So wie in Berlin! Oder in Bremen, in Frankfurt, in Köln… Prost!